Kalbfleischoneiro mit Rote Beete, Aubergine und Olive

Ich fand noch eine Aubergine in der Küche. Frisch geerntet und wohlig geformt. Also ab damit in den Topf, dachte ich mir. Doch was dazu? Und so nahm ich einfach alles das, was noch da war. Und es wurde ein Traum, ein Oneiro, wie die Griechen sagen!

Zutaten:

500g Kalbfleisch-Entrecote, je 1 rote und 1 weiße Zwiebel, 2 Schalotten, 3 Knoblauchzehen, 2 kleine Rote Beete, 1 Aubergine, 1 Zweig Staudensellerie, 1 kleines Stück Ingwer, 1/2 rote Paprika, 2 Möhren, frische Petersilie, 1 Tasse Olivenöl, 5 Lorbeerblätter, 6 schwarze Oliven, Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, etwas Rosé-Wein, Saft einer halben Zitrone, 1 TL grünes Thai Curry, ein Hauch Zimt, 1/2 TL Cumin, 1 TL Kurkuma, 1 TL Chili, 1 TL Oregano aus dem Taigetos-Gebirge, 2 EL Tomatenmark, 1 Flasche trockener griechischer Rosé

Zubereitung:

In einem großen Topf die klein gehackten Zwiebeln, die Lorbeerblätter und den Knoblauch sanft im Olivenöl erhitzen. Die Rote Beete in kleine Würfel, die Möhren in dünne Scheiben und die Paprika in grobe Stücke schneiden und in den Topf geben. Das Kalbfleisch ebenfalls in kleine mundegerechte Würfel schneiden und hinzufügen. Einige Minuten durchrühren und mit etwa einem Glas des Weins ablöschen (den Rest bewahren wir auf fürs Essen!). Jetzt die in mundgerechte Stücke geschnittene Aubergine hineingeben, salzen, mit dem Zitronensaft übergießen und mit den Gewürzen und den Oliven verrühren. Etwa 10 Minuten einkochen und anschließend das Tomatenmark und das grüne Thai Curry zugeben und mit etwa 1 L kochendem Wasser aufgießen. Anschließend auf mittlerer Hitze etwa 1 Stunde zugedeckt köcheln lassen.

Zum Schluss die Petersilie hinzufügen, mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer abrunden und auf einem traumhaften Teller anrichten. Denn dieses Gericht verlangt nach Bewunderung und angemessener Auftischung! Dazu genießen wir am besten den Rest aus der Flasche des Rosé. Ein Stückchen Feta und etwas frisches Weißbrot rundet das Erlebnis ab, und wir beginnen zu träumen, während im Hintergrund griechische Musik aus den Lautsprechern klingt.

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The Greek Healer

Wenn der griechische Sommer so richtig in Fahrt kommt, kann ein gut gemachter Cocktail einen schönen Abend vergolden. Dieses Rezept hier hat mir Andreas Andricopoulos, der griechische Barchef des Sternerestaurant „Golvet“ in Berlin verraten. Er hat ihn selbst kreiert. Wer den Cocktail nicht direkt in Griechenland probieren kann, der sollte das „Golvet“ in der Potsdamer Straße 58 in Berlin besuchen.

Zutaten:
4cl Cachaca-Bergtee-Infusion, 1 Limette, 1cl Mastix-Likör, 1TL Zitronengraszucker, griechischer Bergtee

Zubereitung:
Für die Cachaca-Bergtee-Infusion setzen wir in einem großen Schraubglas 1l Cachaca mit einem kleinen Bund griechischen Bergtee an und lassen es 48 Stunden ziehen. Anschließend filtern wir die Cachaca-Bergtee-Infusion zurück in eine Flasche.
Für den Cocktail mischen wir die Cachaca-Bergtee-Infusion mit dem Mastix-Likör und dem Zucker, geben die Limette geviertelt ins Glas und setzen eine getrocknete Bergteeblüte auf eine der Limettenscheiben. Mit einem Feuerzeug die Blüte anzünden, so dass sie leicht glimmt. Der leicht rauchige Geruch passt gut zur heilenden Wirkung des Greek Healers! Ein zauberhafter Sommer-Cocktail.

Korinthischer Schneckentraum

Bei einem Besuch der Schneckenfarmzentrale der Firma Fereikos im griechischen Korinth entstand die Idee, auch einmal selbst mit Schnecken zu kochen. Und siehe da: Es ist ganz leicht und gar nicht so ekelig, wie man vielleicht denken würde. Ein wunderbar leckeres Essen, mit wenig Kalorien und vom einzigen Tier, das nicht gefangen werden muss, sondern einfach eingesammelt wird.

Zutaten:

150g Schneckenfilets, 1/2 rote Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, 1 EL Butter, 1 EL Olivenöl, 5-6 braune Champignons, Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, etwas Weißwein, einige Blätter frischen Estragon, 3-4 Lorbeerblätter, 4 Scheiben Brot

Für die Gremolata: 1 EL fein gehackte Petersilie, 1 EL Zitronenabrieb

Zubereitung:

Die Pilze und die halbe Zwiebel gemeinsam in sehr feine Stückchen hacken, während in einer Pfanne das Olivenöl mit den Lorbeerblättern und dem Knoblauch sanft erhitzt wird. Die abgetropften Schneckenfilets zusammen mit dem Estragon hineingeben und mit dem Weißwein ablöschen. Pilze und Zwiebeln hinzugeben und alles ausreichend salzen und pfeffern. Anscchließend lassen wir es auf kleiner Flamme noch etwa 10 Minuten weiterköcheln.

Währenddessen Weißbrot in Scheiben toasten oder grillen und auf Tellern anrichten. Darauf setzen wir anschließend die Schnecken und garnieren das Gericht mit der Gremolata. Hierzu vermischen wir die Petersilie und die Zitronenzesten und geben sie über die angerichteten Schnecken auf dem Brot. Fertig ist ein korinthischer Schneckentraum!

Ein großer Dank an Maria von Fereikos! http://www.fereikos.com

 

Scharfe Karottensuppe

Wenn der Herbst so allmählich an die Scheiben klopft und der Regen trommelt, dann bekomme ich manchmal Lust auf eine heiße Suppe. Und was finde ich da im Kühlschrank? Einen Teil der Zutatenliste!
Zutaten:
4 Möhren, 3 weiße Zwiebeln, 1 frische rote Chili, etwas frischer Koriander, ein etwa Walnussgroßes Stück Ingwer, eine Handvoll gelbe Linsen, 2 Lorbeerblätter, 1 TL Korianderkörner grob gemörsert, 1 TL Kurkuma, Salz, Pfeffer, 5 EL Filótimo!-Olivenöl, 1 Tasse Milch, 5 Scheiben Rohschinken, etwas Balsamicocreme mit Granatapfel

Zubereitung:
Die Möhren in kleine Scheiben schneiden, die Zwiebeln grob achteln, den Ingwer vierteln und die Chilischote und den Koriander hacken. Alles zusammen mit den übrigen Zutaten in einen kleinen Topf geben und kurz im Olivenöl erhitzen. Mit kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen. Dann die Lorbeerblätter aus dem Topf nehmen und alles mit einem Stabmixer pürieren. Die pürierte Suppe wieder auf den Herd geben, die Milch zufügen und kurz erhitzen. Die Suppe auf einem Teller mit der Balsamicocreme anrichten und den in kleine Stücke gezupften Schinken dazugeben. Fertig! Der Schinken nimmt ganz wunderbar die Schärfe und das Granatapfel-Balsamico ergänzt zauberhaft den Koriander-Ingwer-Duft. Ein Hochgenuß an kühlen Tagen.

Gefüllte Kalamari „Fet‘a – la Grecque“

Gefüllte Kalamari sind in Griechenland keine Seltenheit. Meist mit Reis oder Hackfleisch gefüllt und in Tomatensoße gekocht, hab ich sie schon oft aus „Opa Aristides“ Küche in der Taverna To Neon in Toló gegessen. Am Wochenende wollte ich mal eine Variante ausprobieren. Herausgekommen ist ein Geschmacksfeuerwerk, eine griechische Küchenparty, bei der der beinlose Kalmar leider nicht mehr mittanzen konnte. Irre lecker! Schickt mir gerne eure Bilder, wenn ihr das Rezept ausprobiert!

Zutaten:

2 große Kalamarikörper (ohne Beine), 200g Feta, ½ rote Zwiebel sehr fein gehackt, etwas fein gehackter Staudensellerie, einige Blätter frischer Koriander, ½ fein geschnittene rote Chili, Salz, Pfeffer, Oregano, Saft von 1 Zitrone, 5 EL Filótimo!-Olivenöl

Zubereitung:

Die Kalamarituben waschen und von den Innereien befreien. Alle übrigen Zutaten bis auf den Zitronensaft in eine Schüssel geben. Den Feta zerbröseln und mit den übrigen Zutaten zu einer breiigen Masse verrühren. Diese Masse in die Kalamarikörper geben (schön fest reindrücken!). Die Kalamari in eine Auflaufform geben, mit dem Zitronensaft übergießen und in den auf 150 Grad vorgeheizten Backofen geben. 30-45 Minuten im Ofen lassen, ggf. einmal wenden. Fertig!

Tipp:

Mit den Kalamari an den Strand setzen, einen Ouzo dazu servieren und dieses Geschenk des Meeres in aller Seelenruhe genießen!

Souvlaki mit scharfem Reisnudelsalat

Zutaten:

4 Souvlakispießchen, 250g Asia-Reisnudeln, 100g Cashew-Kerne (ungesalzen), ½ rote Zwiebel, 3 frische Chilis (rot, gelb, grün), 1 Paprika (rot oder gelb), ½ Stängel Zitronengras, ½ Bund frischer Koriander, 1-2 EL Sesamkörner, 1 EL griechischen Orangenblütenhonig, 1 TL Saté-Sauce, 1 TL Hoisin-Sauce, 1 TL Fischsauce, 1 TL Essig,      4-5 EL Filótimo!-Olivenöl, 1 Limette, Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Während die Souvlaki auf dem Grill liegen oder im Ofen grillen, bereiten wir diesen außergewöhnlich passenden Salat:

In einer großen Pfanne einen Hauch Öl erhitzen und die Cashew-Kerne darin rösten. Wenn Sie leicht braun werden, den Honig und die klein gehackte Zwiebel hinzugeben. Eine kurze Weile in der Pfanne rühren und dann den Sesam einstreuen. Eine halbe Minute schwenken und den Pfanneninhalt beiseite stellen.

In die noch heiße Pfanne geben wir nun die in kleine Streifen geschnittene Paprika und das Zitronengras, geben die Fischsauce zu und lassen das Ganze auf kleiner Flamme einige Minuten köcheln.

Zwischenzeitlich die Reisnudeln in einer Schüssel mit heißem Wasser übergießen und 7-10 Minuten garziehen lassen.

In einem Shakebecker schütteln wir das Dressing: Saft von einer Limette, Olivenöl, Hoisin-Sauce, Saté-Sauce, Essig und die kleingehackten Stiele des Korianders. Kräftig schütteln, bis ein gleichmäßiges Dressing im Shaker darauf wartet, über die Nudeln gegossen zu werden.

Die Reisnudeln unter kaltem Wasser abschrecken und in eine große Schüssel geben. Das Dressing zugeben, den frischen Koriander und Salz und Pfeffer dazugeben und mit den Händen ordentlich vermischen.

Zum Schluss geben wir die Paprika aus der Pfanne über den Salat, verteilen die in dünne Scheiben geschnittenen Chilis darüber und garnieren ihn mit den beiseite gestellten Cashew-Sesam-Honig-Zwiebel-Kernen.

Die Souvlaki-Spieße separat dazu reichen, oder einfach in den Salat hineinstecken!

 

Filótimo! vom Weihnachtsmann

Alle Jahre wieder…

Frau Maria feierte 2016 Jubiläum: Seit 60 Jahren erntet sie Jahr für Jahr ihr wertvollstes Familiengut, die Manaki-Oliven in der Nähe von Epidaurus auf der Peloponnes.

Im Dezember reise ich hin. Will mir vor Ort ein Bild machen, von den uralten knorrigen Bäumen, die seit hunderten Jahren im Familienbesitz sind und schon immer biologisch gepflegt werden. Seit mein Freund Ioannis, der Sohn der diesjährigen Jubilarin, auf die grandiose Idee gekommen war, sein Olivenöl in Flaschen abzufüllen, um es auch in Deutschland den echten Ölfreunden anbieten zu können, wollte ich mir die Ernte vor Ort ansehen. Seit 2016 wird das Filótimo!-Olivenöl in Deutschland exklusiv über www.gutesvonkreta.de vertrieben. Die Olivenölexperten Dietmar und Raphaela von ELIA-Gutes von Kreta GmbH sind eigentlich auf kretanische Produkte spezialisiert, doch das Filótimo!-Öl hatte sie sofort überzeugt. Ioannis wollte sein Öl nach meinem Buch benennen „Filótimo! – Abenteuer, Alltag und Krise in Griechenland“. Ein Buch über das wahre Hellas, das Alltagsleben, die Probleme und Freuden, aber auch über das wichtigste im Leben überhaupt: Filótimo! Die spezielle Einstellung der Griechen zum Leben. Ein Lebensgefühl, das Nächstenliebe ausdrückt, Wertschätzung enthält, Achtsamkeit lehrt oder auch einfach Stolz ausdrückt für besondere Momente oder Dinge. So wie dieses Öl. Es ist ein Aufruf für gutes Leben, für Freundschaft, Liebe und Geselligkeit. Und als ich nun im Dezember auf der Olivenplantage stehe, in den strahlenblauen, wolkenlosen Winterhimmel schaue und begeistert auf die letzten knackigen Oliven an den Ästen blicke wird mir bewusst, was Filótimo wirklich ausmacht.

Maria steht gebückt nach einem langen Erntetag mit ihrem Erntehelfer neben einem der Bäume. „Weißt du was sie alle zu mir sagen? Egal wo ich hinkomme. Alle sagen mir: Maria, du hast die besten Oliven! Als ich 13 Jahre alt war, bin ich das erste Mal mit meinen Eltern zur Olivenernte mitgegangen. Seit 60 Jahren pflücke ich meine Früchte. Ich liebe diese Oliven, diese Bäume, diese Tage.“ Maria schaut mich in diesem Moment an, wie das kleine Mädchen, das zum ersten Mal mit bei der Olivenernte war. Man sieht ihr förmlich an, wie die Pflege dieser Bäume und die Ernte der einzigartigen Manaki-Oliven für sie die absoluten Entspannung bringt. „Weißt du eigentlich, wie diese Gegen hier heißt?“, fragt mich Ioannis plötzlich. „Nein, sag’s mir!“

„Die Gegend hier zwischen Ligourio und Epidaurus wird Agios Vassilis genannt. Jetzt weißt du, woher das beste Olivenöl kommt. „Ja!“, rufe ich ihm entgehen und muss schmunzeln, denn Agios Vassilis ist der griechische Santa Claus. „Das Filótimo!-Olivenöl bringt uns der Weihnachtsmann!“

„Und ich helfe ihm seit 60 Jahren“, sagt Maria. Und dann lachen wir inmitten der Felder, die das Leben lebenswert machen.

ELIA-Gutes von Kreta hat ein kleines Video von der Ernte auf seinem YouTube-Kanal veröffentlicht: YouTube Filótimo!-Ernte 2016

 

Griechische Bockwurst-Weihnacht mit Filótimo!

Wie jedes Jahr steht Weihnachten schneller vor der Tür, als man es sich gedacht hat. Gut, wenn man dann trotzdem zügig in den Ruhemodus wechseln kann. Wie machen wir das am besten? Gemeinsam die Entspannung vorbereiten!

Traditionell denken wir bei Weihnachten ja auch immer an besinnliche Stunden im Kreise der Familie mit einem leckeren Essen. Zwischen dem 5-Gänge-Zaubermenü und der Bockwurst-Kartoffelsalat-Variante scheiden sich die Geister. Wollen wir es oppulent, oder lieber schnell zubereitet, um mehr Zeit für die Kinder zu haben? Wie wäre es mit der berühmten Quadratur des Kreises; mit Filótimo geht das! So in etwa stelle ich mir eine typische griechische „Bockwurst-Weihnacht“ vor: Wir nehmen uns eine Stunde Zeit. Der Backofen wird auf 200 Grad vorgeheizt, zwei Töpfe mit Wasser auf dem Herd zum Kochen gebracht. Zusammen mit den Kindern räumen wir nun den Küchentisch leer. Brettchen und Messer werden verteilt, drei Schüsseln in der Mitte platziert und los geht es…

Bauernsalat: Ein Kind schneidet Tomaten und Gurken, ein anderes Zwiebeln und Paprika. Papa holt den Feta aus dem Kühlschrank, Mama die Oliven aus dem Keller. Alle Zutaten kommen in die bereitgestellte Schüssel. Von den Zwiebeln stellen wir einige beiseite. Gang 1 vorbereitet!

Feta: Papa schneidet eine Scheibe vom guten Stück echten griechischen Fetakäse ab und legt es auf einen Teller. Eines der Kinder freut sich und streut schonmal Oregano über den Käse. Gang 2 vorbereitet!

Fava: Mama hatte in der Zwischenzeit das Fava ins kochende Wasser auf dem Herd geschüttet. Nach etwa 15-20 Minuten ist es gar. Wir schütten die gekochten griechischen Plattbohnen vom Topf in eine Rührschüssel, geben etwas Salz dazu und gemeinsam mit den Kindern mixen wir mit dem Pürierstab, bis eine cremige Masse entstanden ist. Diese füllen wir in die zweite Schüssel. Gang 3 vorbereitet!

Lammkoteletts: In eine Aufflaufform legen wir die Lammkoteletts. Die Kinder geben nach Lust und Laune Gewürze drüber. Salz, Pfeffer, Rosmarin, Oregano, Thymian, Paprikapulver, Knoblauchflocken, Chili, zerbröselte Lorbeerblätter usw. Dann gießen sie noch etwas ausgepressten Zitronensaft darüber. Papa schiebt die Aufflaufform in den Ofen. Gang 4 vorbereitet!

Rote Beete: Im zweiten Topf köchelten bereits die roten Beete. Auch sie sind jetzt fertig und können geschält werden. Die lustige rote Farbe bringt reichlich Freude in die Kinderaugen. Besonders, wenn sie damit selber herumwerkeln dürfen. Wie bei Pellkartoffeln ziehen wir die dünne Haut ab. Das macht herrlich rote Finger! Wer das nicht mag, steckt die Hände in kleine Gefrierbeutel. Auch das ist spaßig. Nun schneiden wir alle gemeinsam die Rote Beete in Scheiben und legen sie in die dritte Schüssel. Gang 5 vorbereitet!

Inzwischen sind die Lammkoteletts fast fertig. Schnell mit den Kindern die Hände waschen und den Tisch decken, denn jetzt fehlt nur noch das Öl. Aus dem Vorratsschrank holen wir eine Flasche bestes Olivenöl. Am besten geeignet ist natürlich das gute „Filótimo!-Olivenöl“ aus Ligourio. Wir gießen es großzügig über den Bauernsalat, den separaten Feta, die Roten Beete und das Fava. Das Fava rühren wir noch einmal kräftig um und geben die beiseite gestellten Zwiebeln darüber. Auch ein paar Kapern passen hervorragend. Nun noch schnell das Fleisch aus dem Ofen direkt auf den Tisch stellen und ebenfalls mit „Filótimo!“ übergießen. Fertig ist unser 5-Gänge-Menü! Und weil es etwas mit Filótimo zu tun hat, genießen wir es alles gleichzeitig und nicht nacheinander. Wenn am Ende noch etwas vom Öl in den Schüssel übrig bleibt, dippen wir es mit knackigen Baguettescheiben auf und genießen den Duft und das fruchtige Aroma des goldgrünen Olivenöls und gucken in goldig-strahlende Kinderaugen. Entspannen mit Filótimo! Das wünsche ich mir und euch allen vom Weihnachtsmann.

Genießt die Zeit! Frohe Weihnachten und Kali Orexi!

P.S.: Wer noch kein Filótimo!-Olivenöl hat, kann demnächst die neue Ernte hier bestellen:

http://gutesvonkreta.de/Filotimo-Kalamata-Olivenoel-Extra-Nativ

Weitere Infos zum Öl: Filótimo!-Olivenöl

Athener Pfeifkonzert

Ein Vöglein hat mir einmal gezwitschert, dass es in Griechenland durchaus üblich sei, dass Patienten ihren Ärzten kleine Geschenke mitbringen. Mitbringsel, kein Bestechungsgeld. Eher eine Geste der Liebenswürdigkeit an denjenigen, der einen wieder gesund macht. Nun trug es sich zu, dass ich kürzlich bei Freunden in Athen zum Essen eingeladen war. Gut gelaunt und hungrig machte ich mich auf den Weg nach Kipseli, einem bunten Stadtteil mit vielen unterschiedlichen Menschen jeglicher Couleur und spannenden Ecken. In einem Blumenladen am Viktoriaplatz, in dem in einem Käfig ein eifrig zirpender Kanarienvogel saß, kaufte ich einen Weihnachtsstern als kleines Gastgeschenk. Damit ausgestattet erreichte ich kurz darauf die Wohnung unserer ausgesprochen herzlichen Freunde. Selbstverständlich roch es bereits herrlich aus der Küche, als ich die Wohnung betrat. Der Herr des Hauses, ein Zahnarzt, kam kurz nach mir und so konnte das Essen schnell auf den Tisch wandern.

Salat, eingelegtes Gemüse, ein großer Fisch aus dem Backofen, dazu eine Fischsuppe vorweg und große Garnelen wanderten nach und nach auf den Tisch. Erst ganz zum Schluss stellte die großartige Köchin einen Topf dazu, der verführerisch duftete. „Hier, probier‘ mal einen oder zwei davon als Appetitanreger“, riet mir unsere fröhliche Kochfreundin. „Was ist da drin?“, wollte ich wissen. „Tsichles!“ Und sie nahm den Deckel vom Topf. „Mein Mann hat sie von einem Patienten geschenkt bekommen!“

Unter dem griechischen Wort „Tsichles“ verstand ich nur „Kaugummi“. Das konnte es jedoch nicht sein. Als sie den Deckel vom Top nahm, sah ich es: Es waren Vögel. Kleine Vögel. Mir war etwas mulmig zumute. Probieren musste ich aber sowieso. Und so griff ich beherzt zum Flügelchen. Ein sehr zartes, hühnchenähnliches Fleisch, jedoch sehr viel feiner. Die Versuche meiner Freunde, mir zu erklären, um was für Vögel es sich handelte, schlugen fehl. Ich konnte mir keinen Reim machen, welche Vogelart dort im Kessel geköchelt hatte. Als ich am Abend müde und satt im Bett lag, schlug ich im Wörterbuch nach. Ich konnte kaum glauben, was ich dort las. Ich hatte tatsächlich Drosseln gegessen! Piep-piep-piep, Guten Appetit!

Und hier das Rezept:

Zutaten:

Drosseln, so viele man finden (fangen) kann. 3 Zwiebeln, Weißwein, Pfeffer, Salz, 1 Zitrone, 1 Zweig Rosmarin, etwas Petersilie, Sonnenblumenöl zum Anbraten.

Zubereitung:

Die Drosseln gut gerupft von innen und außen salzen und Pfeffern und im heißen Öl von allen Seiten kurz anbraten. Zwiebeln klein gehackt und einen Zweig Rosmarin hinzugeben. Mit dem Saft von einer Zitrone und dem Weißwein ablöschen. Im geschlossenen Topf etwa 30 Minuten köcheln lassen. Heiß servieren und mit etwas frischer Petersilie garnieren.

Tipp:

Wer die Vöglein echt griechisch zwitschern lassen möchte, nimmt Retsina anstatt normalen Weißwein. Mein Tipp: Am besten gleich beim Kochen ein Gläschen gegen die Aufregung trinken!

 

Vorlesetag: Ein Hauch Ägäis in Berlin

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„Mittags, hoch am Mittag, mit einer leichten Augustbrise von Süd und Temperaturen über 35 Grad. Eine Höhle voll mit trockenen Algen, die zu Spielereien verführen, zum Springen, zum Ausstrecken und Träumen – unter dem ägäischen Licht am Meer von Charagia, in der nackten Wahrheit, entblößt von falschem Schein und Menschenmengen. Dick der Algenteppich, sehr dick, er hat eine riesige Matratze gebildet, fast zweimal so groß wie die für Stabhochsprung, und er macht, so wie ein guter Sportler, gern Purzelbäume und Sprünge und führt seiner Begleitung seine Sperenzchen vor. Schweiß in Strömen, großes Gekeuche, und der ganze Leib von Algen bedeckt, die bis zu einem halben Meter lang sind. Erschöpft von der Auf- und Ab- und Hin- und Herspringerei ließ er sich in den Schlaf fallen.

Und plötzlich blies der große Sommerwind Meltemi, der sich erhoben hatte, die riesige Algenmatratze hoch zum Himmel hinauf. Und mit ihr zusammen auch den Wahrhaftigen.“ (Paul Efmorfidis)

Mit diesem Auszug aus unserem Buch „Griechische Einladung in die Ägäis“ habe ich meine kleinen Zuhörer einer dritten Klasse in den Räumlichkeiten von Coco-Mat in Berlin zum Träumen und Kreativsein verholfen. Paul Efmorfidis ist der Gründer des weltweit erfolgreichen griechischen Unternehmens, das sich auf Matratzen, Betten und Möbel spezialisiert hat. Und er erzählt in seiner Geschichte „Die erste ägäische Matratze“, wie er die Idee zur Unternehmensgründung hatte. Zurück zur Natur! Schlafen auf Matratzen aus Algen und anderen natürlichen Produkten. Anschließend las ich aus meinem bislang noch unveröffentlichten Text „Ägäische Matratzen made in Thrakien“. Hier trafen die begeistert zuhörenden Schülerinnen und Schüler Paul wieder und hörten so einiges über die Produktion in Xanthi und die Zusammensetzung der Coco-Mat-Produkte.

Die Kinder hatten ihren Spaß. Tobten durch die Betten, kuschelten sich in Kissen, lauschten dann gebannt der kleinen Lesung, um in Anschluss ihre eigenen Kissen mit Kautschuk zu befüllen und die Bezüge kreativ zu gestalten. Und sie lernten – ganz nebenbei – aus welchen Materialien „Triton“, das beste Bett der Welt besteht. Der bundesweite Vorlesetag 2016 war nicht nur für die Kinder ein wunderbares Erlebnis.